„The Video Essay – More Discourse than Terminology“

Der Artikel auf dem Blog shortfilm.de von Dennis Vetter gibt einen wirklich guten Überblick über den Videoessay (bzw. Video Essay), und erwähnt nebenbei meine Forschungsarbeit. Grund genug, um sich diesem in Form einer Lektüre zu widmen: LINK

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Vom Pluriversum und Unterwassertieren im Folkwang Museum – ein persönliches Eindrucksprotokoll beim Workshop-Marathon mit und über Alexander Kluge

Workshop-Marathon im Folkwang Museum namens „Ginge da ein Wind / Könnte ich ein Segel stellen: Wäre da kein Segel / Machte ich eines aus Stecken und Plane“. Workshop liest sich poetisch – Workshop klingt gut, da partizipativ. Podium dagegen – insbesondere im Zusammenhang mit Marathon – mutet statisch an und eher anstrengend für das Publikum. Als ich ankomme, sind die Gäste im Eröffnungsraum der Ausstellung versammelt und lauschen einem Vortrag von Bert-Christoph Streckhardt. Ringsherum an den Wänden bis zur Decke, sind Zitate, Phrasen und Wortfragmente von Kluge bzw. aus dessen Werke zu erkennen. Der Kosmos-Kluge: ein Pluriversum – so heisst auch die Ausstellung, kuratiert von Anna Fricke.

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Ein älterer Herr aus dem Publikum wirft die Frage in den (Welt-)Raum, ob denn der normale Museumsbesucher überhaupt eine Chance bekäme, etwas zu verstehen. Schließlich sei alles sehr abstrakt gehalten, um nicht zu sagen, zusammenhangslos. Es brennt mir auf der Zunge. Ich filme gleichzeitig, vermag daher leider nichts beizutragen zur Diskussion. Streckhardt wendet ein dass es ja Broschüren gäbe, die ja ihre Funktion hätten. Der Zeitgenosse und Gefährte Kluges Christian Schulte (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien – Forschungsstelle Alexander Kluge) korrigiert den etwas ungenau argumentierenden Streckhardt gleichwohl elegant als auch resolut, in dem er dem Fragenden auf das Thema Engagement bzw. auf das Zutrauen in Sachen Zuschauer zu sprechen kommt. Dieser müsse sich regelrecht der Spielfreude hingeben, könne ja seine ganz eigenen Assoziationen walten lassen, die allesamt nicht falsch sein könnten. Denn so ist das ja auch gedacht: jede Lesart ist richtig. Spätestens hier möchte ich einfügen, dass die aktive Teilnahme des Zuschauers ein Merkmal des essayistischen Verfahrens ist. Es ist schlicht eine andere Art der Aneignung bzw. Betrachtung von Werken, die eben erst durch jene Mitarbeit der Betrachter, eine Komplettierung erfährt. Ohne dessen dynamische Wahrnehmungs-ersuchung, ist das Gezeigte eine höchst subjektive Gedankencollage, die in der Regel keinen einfachen Zugang gewährt. Ein weiterer älterer Herr aus dem Publikum, der sich einführend als emeritierter Universitäts-Professor kenntlich macht, zitiert mühelos diverse Philosophen, und perforiert die Frage von allen Seiten, jedoch ohne sie zu beantworten. Sehr schön: man lernt auch hiervon, denke ich mir zufrieden!

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Um 19 Uhr sitzen alle ReferentenINNEN gemeinsam auf der Bühne. Kluge möchte von ihnen das Resümee des Tages erfahren. Die amerikanische Künstlerin Sarah Morris scheint es Herrn Kluge angetan zu haben. Er schwärmt von der Zusammenarbeit mit ihr und kündigt eine künstlerische Kooperation an. Viel erfahren wir nicht, aber es wird um Unterwassertiere gehen. Schildkröten? Einen Hinweis gab es bei der vorangegangen Podiumsdiskussion mit Morris schon: „What is the word for Schildkröte?“ 

Ein Helge Schneider-Clip folgt. Ich konnte nie über ihn lachen, doch inzwischen scheint das anders zu sein, denn ich erwische mich beim Schmunzeln. Oder schmunzele ich deshalb, weil Helge Schneider in einem Museum zu sehen ist? Unzählige solcher Videointerviews haben die beiden bereits miteinander realisiert. Was verbindet Kluge und Schneider? Die Trockenheit des Humors? Die Unaufgeregtheit? Ich erinnere mich an einen Satz Kluge’s in Bezug auf Schneider: 

Eine Art, vom Zwerchfell her zu denken, und nicht nur vom Kopf. Die muss man bewahren!

Kluge spricht Gerhard Richter als kontrastierendes Momentum zu Schneider an, um dessen Humor es ihm nicht ginge. Obgleich Richter kein guter Redner zu sein scheint (und seinen Humor versteckt er auch recht gut, wie allgemein bekannt ist) – die Wissenschaftlichkeit in dessen Denken und Werk attestiert ihm Kluge allemal: nämlich eine Wissenschaft in der Kunst bzw. über die Kunst. Überhaupt, so Kluge, müsse man inzwischen Kunst und Wissenschaft vielmehr miteinander in Beziehung setzen. Kluge’s Weltanschauung basiert ja wahrlich auf dem Verlinken und Koppeln wenig homogener Versatzstücke. Er findet immer eine Façon der Andockung. Alles besteht aus Elementen, die wiederum mit anderen interagieren. Nichts steht nur für sich. Doch um diese Verbindungslinien elastischster Art überhaupt herstellen können, bedarf es einer ganz gewaltigen Allgemeinbildung – einem Wissenskosmos. Beim Betrachten seiner Werke, überkommt mich immer wieder ein Gefühl der Erschlagenheit, der Ohnmacht, gegenüber dieser Bibliothek von Babel bzw. von Kluge, die dieser als scheinbar uneinholbarer Ausnahmeuniversalisten unserer Zeit vorlegt. Ganz gleich welchem Medium in Kluge’s Werken man sich auch immer widmet: es ist  bis zum Letzten durchreflektiert. Beispiel Text-im-Bild: Seine Texttafeln, Unter- und Zwischentitel stehen nicht nur für Wortvermittlung: sie sind gestaltet, machen Sinn wie sie sind, selbst wenn sie zunächst als etwas aus der Mode gekommene Schriftarten aus längst nicht mehr erhältlichen Grafikprogrammen aussehen. Dahinter steckt Kalkül, steht eine reifliche Überlegung in Bezug auf die Inszenierung von Text als Bild, ferner, eine Strategie der Entschleunigung, denn welche/r KünstlerIN macht sich soviel Mühe, die Schrift derart zu stilisieren in filmischen Arbeiten? Als Betrachter macht es mich froh, wenn ich mir zu einzelnen Wortfragmenten Gedanken machen kann, wie sie vielleicht in Verbindung stehen könnten mit dem Gesamtwerk. Kluge gewährt mir die Zeit, und durch das Videobild, werde ich gezwungen meine Sinne zu schärfen und meinen bloßen Unterhaltsbedarf zu bändigen.

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Wenn man die Ausstellung in Essen betrachtet, so macht jedes Element Sinn – alles passt zueinander und nichts wirkt deplatziert. Man vermag die Entscheidungen von Kluge sowie der Kuratorin nachzuvollziehen. Darstellung und Inhalt: Innen und Außen: Denknatur und Produkt. Denn wie kann man derart komplexen rhizomatischen Gedankenplateaus in einen Ausstellungsraum transportieren, und gleichzeitig dem Anspruch der Werke gerecht werden? Erinnerung und Gedächtnisarbeit künstlerisch aufzubereiten, ist nicht zuletzt eine Frage des Verhältnisses von Text, Objekt und Bewegtbild, welches in der hiesigen Ausstellung überlegt und feinjustiert gelingt.

Mir gefällt dieser Abend: der Kino- bzw. Konzertsaal des Museums ist famos. Auf der Bühne steht links eine Kamera, daneben ein LED-Panel, ein Konzertflügel mit dem Pianisten Wolf, und schließlich ganz rechts, die Stühle mit den ReferentenINNEN. Kluge dirigiert sein perfekt eingespieltes und extrem sicher agierendes Filmteam – es geht hin und her zwischen Bildprojektion, Interaktion und musikalischer Interpretation. Immer wieder lässt er Stücke eines geliebten italienischen Komponisten auf dem Flügel intervenieren. Ich komme mir vor wie in einem Godard-Film. Im Hintergrund werden die entsprechenden Partituren eingeblendet: Kluge und seine Liebe zur Musik, insbesondere zur Oper, ist schön zu beobachten. Man ist ein Teil des Kunstwerks. Kluge ist nicht einfach ausstellender Künstler – er verpackt in allem was er tut, allerhöchste Intellektuelle Maßarbeit. Und dabei setzt er sich immer wieder mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit über Formate und Genregrenzen hinweg.

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Schließlich zeigt Kluge noch ein neues Triptychon, ein düsteres diesmal: Bilder von Kriegsverletzungen, von zerschossenen Knochen und Organen in Formaldehyd sind zu sehen, sowie Bezugnahmen und Querverweise anhand von Bildkopplungen. Seine Montage ist sichtlich von Eisenstein beeinflusst, und ich bin sicher dass er auch von Godard sehr viel hält.

Die Veranstaltung hat eine offene Form – es gibt zwar eine gewisse Dramaturgie, die aber offensichtlich abänderbar und fluid ist. Fluid und liquid – diese Worte fallen immer wieder bei Kluge: Die Unterwasserwelt mit all ihren Tieren und Fabelwesen, aber fluid steht auch für das Einweichen der Denkgrenzen. Begriffe werden genannt, manchmal explizit ins Verhältnis zum Tag gesetzt, oder aber einfach in die Zukunftserwartung gepackt. Sind wir hier an diesem Abend in diesem Raum in der Vergangenheit, oder doch nur in der ständigen Behauptung des so flüchtigen Präsenz? Oder aber folgen wir bereits längst der Spur Kluge’s ins Futur, in welchem er noch so einige Projekte zu realisieren gewillt ist? An der Stelle endet der Abend.

Kurz vor dem letzten Slot, bekomme ich ihn persönlich zu sprechen: seine Jugendlichkeit und Frische beeindrucken mich ungemein. In der Wissenschaft wird sicher viel getan um sein Werk konserviert und weitergetragen zu wissen, doch sehe ich es ebenfalls als angemessen an, Alexander Kluge auch bei jüngeren und vielleicht eher künstlerisch-arbeitenden Menschen ins Bewusstsein zu rücken. Ich werde Kluge noch präsenter in meine Lehre einbinden. Genau jetzt, in einer Zeit in der filmische Erweiterungsformen nunmehr ein Paradigma einer videophilen da handyagilen Gesellschaft zu sein scheinen, lassen sich Geschichten polyphon (wieder ein Begriff des Tages) darlegen und darüber das Interesse von immer mehr FilmemacherINNEN bzw. KünstlerINNEN bündeln. Alexander Kluge mag manchem hiervon vielleicht als verstaubt erscheinen, doch lässt man sich einmal auf sein Werk ein, versteht man dass dies kein relevanter Punkt sein kann. Es geht darum das große Ganze zu wollen, und gute Theorie in konkrete Geschichten aufzulösen. Das impliziert Ruhe, Aufmerksamkeit und einen gewissen Hang zur überlegten Geduld. All das spricht nicht gegen eine wertvolle Erfahrung, deren Gehalt nicht zu beziffern ist. 

Die Ausstellung läuft noch bis zum 07.01.2018. Auf 793,79 qm Ausstellungsfläche, werden 28 Filme, 9 Objekte, 4 Audio-Arbeiten, 3 Plakate, 3 Druckgrafiken und 2 Gemälde präsentiert.

Museum Folkwang

Museumsplatz 1

45128 Essen 

https://www.museum-folkwang.de

 

 

 

 

Workshop mit Alexander Kluge: am 7.12. im Folkwang

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Das Folkwang in Essen veranstaltet im Rahmen der gegenwärtigen Alexander Kluge-Ausstellung eine Denkreihe namens  „Im Rausch der Arbeit“. Diese versucht kaleidoskopartig – denn welch Annäherung wäre hierzu besser geeignet – die Arbeitsweise von Kluge zu skizzieren. Die Formate, in welchen die Veranstaltungen stattfinden, sind: Auftritt, Dialog, Podium. Wie das Folkwang schreibt, so „[…] sollen das Pluriversum Kluges in seiner kontinuierlichen Entstehung vor Augen führen.“

Das vollständige Programm als PDF.

Am 7.12. gibt es Gelegenheit, einem Workshop-Marathon beizuwohnen (Format PODIUM).

Ginge da ein Wind / Könnte ich ein Segel stellen.
Wäre da kein Segel / Machte ich eines aus Stecken und Plane.

Namhafte ExpertenINNEN sowie Kluge selbst, widmen sich ganztägig der Frage, wie mit Radikalität umzugehen ist in einer Zeit, in der sie notwendig geworden ist.

 

Sämtliche Bildrechte gehören dem Folkwang Museum. 

 

Trinh T. Minh-ha in Berlin

Am 4.12. um 18-20 Uhr hält die Filmemacherin, Autorin, Komponistin, Literaturtheoretikerin und Professorin in Rhetorik und Gender and Women’s Studies an der University of California, Berkeley Trinh T. Minh-ha  im Rahmen der Ringvorlesung  „Künste dekolonisieren. Ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernen“ vom Graduiertenkolleg Das Wissen der Künste an der UdK einen Vortrag.

Ort:
Universität der Künste Berlin
Hardenbergstr. 33
10623 Berlin
Raum 158

Am 5. Dezember beehrt Trinh T. Minh-ha das Kino Arsenal. Zu sehen ist ihr Film Forgetting Vietnam aus 2015, gefolgt von einem Gespräch zwischen Minh-ha und Marc Siegel. Gezeigt wird dieser im Rahmen der obigen Ringvorlesung.

Der Film kam zum vierzigsten Jahrestag des Kriegsendes in Vietnam heraus.

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Programm:

5.12., 19.30h

FORGETTING VIETNAM   Trinh T. Minh-ha   2015   OmE 90‘

Kino Arsenal
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

 

 

 

Un_bewegt. Über eine Ästhetik der Langsamkeit in Bewegtbildern.

Der schöne Artikel auf dem Blog www.entkunstung.com widmet sich der temporalen Stauchung bzw. Streckung in Filmen. Die zentrale Frage: Wie verändern langsame Bilder die Wahrnehmung der Zuschauer?

„Sowohl die Verlangsamung von Echtzeit als auch unbewegte Einstellungen langer Dauer vergegenwärtigen die Rezeptionszeit.“

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Weiter heisst es:

„Die Entschleunigung fungiert als kritisches Medium, das zeitliche und räumliche Erfahrungen intensiviert.“

Der Beitrag ist sinnvoll aufgebaut und bietet eine kleine Kulturgeschichte der Entschleunigung im Bewegtbild. Absolut lesenswert!

LINK zum Artikel

„Harun Farocki: Nacheinander / Nebeneinander“, am 20. bis 30. November im ARSENAL

Das Arsenal zeigt den dritten Teil der Retrospektive „Harun Farocki: Nacheinander / Nebeneinander“

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Zu erwähnen ist auch Ausstellung „Harun Farocki: Mit anderen Mitteln – By Other Means“ (kuratiert von Antje Ehmann und Carles Guerra) im Neuen Berliner Kunstverein sowie der Publikation der Fragment gebliebenen Autobiografie.
Für weitere Informationen: www.arsenal-berlin.de

Morgen: GODARD in 3D plus zwei seltene Kurzfilme

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Zugegeben, man muss dafür in Paris sein, aber es könnte sich lohnen. Schließlich ist es Fabrice Aragno persönlich, der diese Mikro-Filmreihe präsentiert.  Mit Aragno hat Godard von 2002 an bereits vier Filmen gearbeitet.
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Gezeigt werden morgen (51 Rue de Bercy, 75012 Paris) ab 19 Uhr:
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Jean-Luc Godard

Frankreich / 2012 / 17 Min / Digital

Jean-Luc Godard, Fabrice Aragno

Schweiz / 2012 / 16 Min / Digital

Jean-Luc Godard

Frankreich / 2012 / 70 Min / DCP

Mit Héloïse Godet, Kamel Abdelli, Richard Chevallier.

 

Der Essay als Form der Medientheorie – Max Benses essayistische Medienreflexionen, von Christoph Ernst

2016 lautet das Thema für alljährliche Tagung der Gesellschaft für Medienwissenschaften (GfM) „Kritik“. Ich verpasste die komplette Veranstaltung, und versuchte mir daher im Nachhinein die Vorträge verschriftlicht zu besorgen, deren Inhalt ich für ganz besonders relevant hielt – natürlich gerade im Hinblick auf meine Forschung. Ein wirklich herausragender Aufsatz stammt von Christoph Ernst (Uni-Bonn), den dieser mir freundlicherweise als „Trost“ zukommen ließ. Er versucht den Essay aus der medienwissenschaftlichen Theorie heraus zu greifen zu bekommen (siehe LINK), und in diesem Aufsatz ist Ernst gewillt, den hierzulande gar nicht so sehr geläufigen Philosophen und Schriftsteller Max Bense heranzuziehen. Bense ist Vertreter des Rationalismus, welche die Trennung zwischen geistes- und naturwissenschaftlichem Denken aufheben möchten. Nun kann man sich fragen, wie ein Rationalist mit dem Essayismus in Verbindung gebracht werden kann.

Ernst leitet ein, dass er essayistisch über die Medien nachdenken möchte, um auf die weise zu überprüfen, ob sich „[…] so etwas wie eine philosophische Frage der Medien entwickelt hat. Ich möchte dies tun, indem ich darauf aufmerksam mache, dass beide Fragen in einer spezifischen Variante von essayistischem Diskurs zusammenfinden: Eine wichtige Schnittstelle, in der eine Explikation methodischer Aspekte geleistet wird, liegt im Diskurs über den Essay – also auf Achse der Selbstreflexion der Essayisten auf ihre eigene literarische Arbeit und damit auch: ihre eigene mediale Praxis.“

Als textliche Grundlage zieht Ernst den Text Der Essay und seine Prosa von Bense heran. Diesen bezeichnet er als der wichtigsten Essay über den Essay, welcher aber vermutlich von Adornos Der Essay als Form die Schattenseite erfuhr. Auch Bense umschreibt den Essay als einen „[…]  diskursiven Grenzfall zwischen Literatur (bzw. Kunst) und Philosophie (bzw. Wissenschaft). (vgl. Ernst 2005, Zima 2012: 1- 34). Scharfsinnig bemerkt Ernst, dass für Bense der Essay die Gegenseite der Abhandlung darstellt, und durchaus einen eigenen Charakter innehat, etwas Eigenständiges, wobei wir wieder bei der „Dritten Bedeutung wären“, von der neben Adorno auch Arnold Hauser, Roland Barthes oder Minh-hà sprechen.

Ernst schlussfolgert dass die essayistische Methode vermutlich eine Art fragendes Denken sein könnte, in dem im Essay die Frage selbst noch gefunden wird. Dieses Denken ist mit einer Praxis des konfigurativen Anordnens gleichzusetzen, in der sich die Eigendynamik des Denkens operativ als eine Frage des Mediums stellt.

LINK zum Text

KÜNSTE DEKOLONISIEREN: Trinh T. Minh-ha in Berlin

Am 4.12. hält Trinh T. Minh-ha (Theoretikerin, Autorin, Komponistin, Filmemacherin, Essayistin, Berkeley) an der UDK Berlin einen Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung. Dieser trägt den Namen „Resonance, Resistance and The Creative Everydayund findet im Rahmen des Artistic Research-Kollegs „Das Wissen der Künste“ statt.

Moderation: Annika Haas

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Termin: 4.12. /// 18-20 Uhr

Ort: Universität der Künste Berlin /// Raum 158

Weiterführende Informationen: LINK