Montag, 8.1.2018: Angela Melitopoulos zu Gast bei Temporal Disorder

Am 8.1.2018 haben Clemens von Wedemeyer und ich die Ehre, die Künstlerin Angela Melitopoulos zu unserer Filmreihe begrüßen zu dürfen. In ihrem Vortrag wird sie, mit Unterlegung audiovisueller Inhalte, u.a. ihre Arbeiten Assemblages und Crossings vorstellen, welche sich im Feld der Künstlerischen Forschung verorten lassen. Melitopoulos arbeitet vorrangig mit Video-Essays, Videoinstallationen und Dokumentarfilm.

Mit ihre wichtigste Arbeit, dürfte die Installation auf der diesjährigen documenta14 Crossings darstellen. In dieser wird das Schicksal von Geflüchteten verhandelt – auch die Vorfahren der Künstlerin kamen aus der Türkei nach Griechenland bzw. wurden sie dorthin deportiert. Ihre eigene Vergangenheit griff Melitopoulos 1999 dezidiert in der Videoarbeit Passing drama auf, wohingegen in Crossings der Bogen zu den syrischen Flüchtlingen gespannt wurde, die in Griechenland „stranden“ und folglich häufig heftigen Traumata ausgesetzt sind. Die Mehrkanal-Video- und Audioinstallation, setzt das Flüchtlingsdrama mit der griechischen Wirtschaftskrise ins Verhältnis. Bilder von Goldminen in Griechenland sind zu sehen, wie auch nachdrückliche Videobilder aus den Flüchtlingslagern auf Piräus oder Lesbos.

 

Angela Melitopoulos
Installationsansicht Crossings / Gießhaus / documenta14

Die komplexen Konzepte der Künstlerin – oft angereichert und realisiert durch Theorien und Gedanken des Soziologen und Philosophen Maurizio Lazzarato – offenbaren eine regelrechte Vielzahl von Reflexionsebenen. Auf der einen Seite werden in ihren Videoarbeiten die zeitlichen medienspezischen Relevanzen von Video ebenso verhandelt, wie seine philosophische Beziehung zu Subjektivität, Gedächtnisarbeit und Geografie. In diesem Kontext untersucht ihr Video-Essay Passing Drama (1999) anhand der Erinnerungen von politischen Flüchtlingen, etwaige Prozesse, die auf dem Zusammenhang zwischen Erinnerung und Vergessen basieren. Imagination, Traumumrundung und -suche, ein audiovisuelles Hin- und Herpendeln zwischen Psychologie und Geografie.

pd_am Videostill aus Passing drama, 1999

Angela Melitopoulos studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Nam Jun Paik. Seit 1985 werden ihre Arbeiten auf internationalen Filmfestivals und in Ausstellungen und Museen (Centre Georges Pompidou Paris, Whitney Museum NY) gezeigt. Sie lehrte weltweit an verschiedenen Universitäten. Aktuell hält sie eine Professur an der Media School der Royal Art Academy in Copenhagen.

Das Screening bzw. der Vortrag findet am 08.01.2018 an der GfZK Leipzig statt. Beginn ist 19 Uhr. Der Eintritt kostet 3€, gewährt aber auch Eintritt in die Sammlungsausstellung der Galerie. Auf Facebook ist die Veranstaltung hier vertreten. 

 

 

 

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