BUCH: Neues zum zeitgenössischen Begriff des Essays

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Auf den expliziten wie auch reflexiven Diskurs zum essayistischen Verfahren im Bewegbild, und dies auch noch anhand zeitgenössischer Werke, hat man lange warten müssen. Die Publikation „Jeux sérieux – Cinéma et art contemporains transforment l’essai“ stellt die verschriftlichte Form eines Projekts dar, welches zwischen der HEAD (Haute école d’art et de design) Genf und dem MAMCO (musée d’art moderne et contemporain) veranstaltet wurde.

Anhand von 47 Aufsätzen, skizzieren Künstler, Historiker und Kunstwissenschaftler eine Kartographie des zeitgenössischen Filmessays. Dabei wird der Essay nicht als Genre sondern vielmehr als hybride Form zwischen Fiktion und Dokumentarfilm, Kino und zeitgenössischer Kunst verstanden.

Absolut lesenswertes Buch, welches Harun Farocki gewidmet ist.

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Link zum Symposium

Link zur Publikation

Bildinhalte Abb. 1: Allemagne Année 90 Neuf Zéro de Jean-Luc Godard © Jean-Luc Godard

Bildinhalte Abb. 2:  © les presses du réel

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Charakteristik Essayismus…

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Wie lassen sich die Eigenschaften des essayistischen Verfahren beschreiben? Anhand des Films „Havarie“ von Philipp Scheffner (2016) lässt sich eine methodische Annäherung vermuten. Der Essayismus

.wirft Fragen auf

.umkreist, wölbt Thematik

.erfordert aktive Mitarbeit des Betrachters >Entwicklung von Gedanken vor den Augen des Betrachters> der Denkende wird selbst zum Schauplatz geistiger Erfahrung

.entzieht sich systematisch organisierter Wissenschaft

.erhöht Spannung zwischen Darstellung und Dargestellten>Bedeutungsverneinung zugunsten der Darstellung (Vgl. Adorno: Essay als Form)

Selbst wenn das Bild in seiner Eigentlichkeit negiert wird, entfaltet sich die audiovisuelle Wahrnehmung in diesem Film über eine Verlagerung auf die Vorstellungskraft des Betrachters. Dieser ist gezwungen dem Hörbaren eine Entsprechung zu geben und assistiert dem Filmemacher indem er die Bilder skizziert, Assoziationen schafft bzw. seine eigenen Erfahrungen mit den filmischen hörbaren Szenen koppelt.

 

 

Bildinhalt: © pong-film Berlin